Karriereratgeber

 

Das perfekte Anschreiben zur Bewerbung

Freitag, 15.12.2017 von Heike Himberger-Runge

Weshalb das Anschreiben so wichtig ist

Das ideale Begleitschreiben zur Stellenbewerbung ist ein wahres Multitalent. Gut geschrieben, kann es ein Türöffner sein und Ihnen einen neuen Schritt in Ihrer Karriere ermöglichen. Schlecht geschrieben bewirkt es genau das Gegenteil. Eine schlechte Einführung in Ihre Jobbewerbung kann dazu führen, kann dazu führen, dass Ihre Stellenbewerbung gleich verworfen wird. Sie bekommen dann nicht die erhoffte Chance, sich persönlich vorzustellen und im Gespräch zu überzeugen.
Gleichgültig ob Ihr Adressat ein geübter Personaler oder der zukünftige Chef ist, der Leser merkt, ob er es mit einem guten Schreiben zu tun hat. Der Brief an den zukünftigen Arbeitgeber ist deshalb wichtig, weil Sie mit ihm den ersten Eindruck vermitteln. Eine alte Weisheit lautet: „Es gibt keine zweite Chance für einen ersten Eindruck“. Daher sollte man diese Chance unbedingt nutzen. Ihr persönliches Schreiben ist eine Möglichkeit, Ihre Qualifikationen und Erfahrungen herauszustellen und gleichzeitig die gesamte Stellenbewerbung durch einen einwandfreien Stil aufzuwerten. 
Sowohl sprachlich als auch inhaltlich und gestalterisch gibt es Details zu beachten, wenn Sie sich positiv aus der Masse der Bewerbungen hervorheben möchten – und genau hierauf kommt es an. Das Ziel eines Bewerbungsschreibens ist es, die erste Hürde zu nehmen und zum Jobinterview eingeladen zu werden.

Die Gestaltung

Optik ist wichtig, auch im Bewerbungsschreiben. Im Englischen bezeichnet man das Bewerbungsschreiben auch als Cover-Letter. Das ist eine gute Beschreibung, denn das persönliche Anschreiben ist im Grunde wie der Einband eines Buches. Es kann Interesse wecken oder nicht. Die optische Gestaltung ist eine Unterstützung Ihres Anliegens und soll ihr Anschreiben hervorheben. 
Da der Personaler oder der zukünftige Chef mit einer Vielzahl von Bewerbungen zu tun hat, sollte man sich im Bewerbungsschreiben auf die relevantesten Inhalte beschränken. Mehr als eine Seite sollte Ihr Schreiben nicht umfassen. In der Online-Bewerbung wird das Schreiben allen anderen Unterlagen vorangestellt, in der Papierform wird es auf die Bewerbungsmappe gelegt. Umweltfreundliche Unternehmen fordern in der Stellenanzeige dazu auf, keine Plastikmappen zu schicken. Dann liegt der Brief lose obenauf.
Für das Schreiben sollten Sie eine der üblichen Schriftarten auswählen. Times New Roman, Courier New, Arial oder Calibri sind Schriftarten, die infrage kommen. Auffälligere Schriftarten werden als geschmäcklerisch wahrgenommen und irritieren beim Lesen, daher bieten sie sich nicht an. Die Schriftgröße sollte zwischen 11 und 12 liegen.
Ein wichtiger Aspekt in der Gestaltung ist auch das Festlegen der Seitenränder. Die Seitenränder verleihen dem Brief ein ordentliches Erscheinungsbild. Man kann sich hier an den DIN-Vorgaben für Geschäftsbriefe orientieren und oben 2,7 cm, unten mindestens 2,00 cm, links 2,5 cm und rechts 2,00 cm lassen. Entscheidet man sich dafür, die eigenen Adressangaben in das Schreiben aufzunehmen, kann man diese außerhalb der genannten Beschränkungen einfügen.
Es sollte im einzeiligen Zeilenabstand geschrieben werden, eine Blocksatzformatierung wirkt besonders hochwertig. Vergessen Sie nicht, die automatische Silbentrennung einzustellen, jedoch trennen Sie niemals den Eigennamen des Adressaten oder der Firma, bei der Sie sich bewerben.
Unterteilen Sie Ihren Brief in Abschnitte. In der Regel bietet sich die Unterteilung in drei Absätze an, auf deren Inhalt im nächsten Absatz eingegangen wird. Besonders ansprechend wirkt es, wenn Sie die Absätze durch zwei Zeilen voneinander trennen. Damit markieren Sie optisch, dass Sie nun auf einen anderen Aspekt eingehen wollen.
Nach der Grußformel – beispielsweise „mit freundlichen Grüßen“ – kommt die eigenhändige Unterschrift, hierunter der Name noch einmal in Maschinenschrift. Wenn es auch bei der Online-Bewerbung nicht zwingend zur Etikette gehört, ist auch für diese ein handschriftlich unterschriebener Brief ein schönes Unterscheidungsmerkmal.
Wichtig für die Online-Bewerbung ist, die geforderte Datenmenge nicht zu überschreiten. Es ist unbedingt empfehlenswert, die gesamte Bewerbung als eine PDF-Datei anzulegen. 
Nutzen Sie das Internet als Unterstützung und suchen Sie eine Anschreiben Vorlage heraus. Dann bekommen Sie selber einen Eindruck davon, was für das Auge ansprechend wirkt. 
Bevor Sie Ihre Unterlagen versenden, prüfen Sie diese gründlich auf Rechtschreib- und Grammatikfehler. Die im Schreibprogramm integrierte Rechtschreibhilfe ist nicht immer ausreichend. Daher sollten Sie die Seiten ausdrucken und auf Korrektheit prüfen, besser noch: Von jemand anderem auf Rechtschreibung und Schlüssigkeit prüfen lassen.

  • Eine Seite nicht überschreiten 
  • Der persönliche Brief kommt zuoberst
  • Eine übliche Schriftart wählen
  • Schriftgröße 11 oder 12
  • Seitenränder z.B. nach DIN5008 festlegen
  • Einzeilig schreiben
  • Blocksatz
  • Drei Absätze
  • Handschriftlich unterschreiben
  • Korrekturlesen nicht vergessen

Der Inhalt

Eine komplette Stellenbewerbung besteht aus dem persönlichen Brief, dem Lebenslauf und den Anlagen. Ihr Schreiben stellt den Erstkontakt zum Unternehmen her und kann bereits ausschlaggebend sein. Im Bewerbungsschreiben haben Sie die Chance, Ihre Vorzüge ganz dezidiert herauszustellen – anstatt darauf zu hoffen, dass der Adressat diese selber herausarbeiten wird. Aus dem Schreiben soll hervorgehen, weshalb Sie für den Job qualifiziert sind und weshalb gerade Sie zum Jobinterview eingeladen werden sollten.
Sie beginnen Ihr Schreiben mit der Anrede. Wenn Sie auf eine Stellenanzeige reagieren, steht der Ansprechpartner womöglich in der Anzeige. Falls nicht oder falls es sich um eine Initiativbewerbung handelt, sollten Sie den richtigen Ansprechpartner herausfinden. Dies lässt sich in der Regel durch einen kurzen Anruf in der Personalabteilung klären und wirkt gleich viel persönlicher als das anonyme „Sehr geehrte Damen und Herren“.
Das Schreiben sollte in drei Absätze gegliedert werden. In Ausnahmefällen kann man hiervon abweichen, generell sind drei Abschnitte jedoch die richtige Einteilung. Im ersten Abschnitt beschreiben Sie kurz, wie Sie dazu kommen, sich bei dem Unternehmen zu bewerben. Wodurch ist Ihnen das Unternehmen aufgefallen, was gefällt Ihnen an der Firma? Wenn Sie auf eine Stellenanzeige reagieren, erwähnen Sie, wo Sie diese gefunden haben. Wenn es sich um eine Initiativbewerbung handelt, beschreiben Sie, was Sie zur Jobbewerbung motiviert hat. Der zweite Abschnitt ist der Hauptteil Ihres Briefs. Um diesen perfekt zu formulieren, lesen Sie die Stellenausschreibung sorgfältig durch. Was erwartet der potentielle Arbeitgeber für Fähigkeiten, was ist für ihn besonders wichtig? Wie können Sie ganz speziell zum Problemlöser für Ihren neuen Arbeitgeber werden? Machen Sie sich am besten Stichworte hierzu und arbeiten Sie heraus, wie Ihre Erfahrungen und Qualifikationen die Erwartungen des Unternehmens erfüllen. In diesen Abschnitt gehören auch besondere Highlights Ihrer bisherigen Berufstätigkeit. Geben Sie keine chronologische Abfolge Ihres Werdegangs – das ist bereits im Lebenslauf enthalten. Weisen Sie vielmehr auf die Fähigkeiten und Erfahrungen hin, die Sie ganz besonders für den neuen Job qualifizieren. Stellen Sie heraus, welche Fähigkeiten Sie haben und kein anderer Bewerber außer Ihnen. Nutzen Sie die Möglichkeit, sich von der Masse abzuheben und vermeiden Sie Allgemeinplätze und Floskeln. Sollten Sie Formulierungsschwierigkeiten haben, orientieren Sie sich an einer Anschreiben Vorlage im Internet. Wenn Sie sich vorstellen, der Empfänger einer Bewerbung zu sein, wird Ihnen schnell klar, worauf es ankommt. 
Der letzte Abschnitt des Briefes sollte kurz sein, ist aber besonders knifflig. Wenn Ihr Adressat den letzten Satz Ihres Bewerbungsschreibens gelesen hat, sollte er bereit sein, sich mit Ihnen in Verbindung zu setzen. Danken Sie in sachlichem Ton für die Möglichkeit zur Bewerbung und motivieren Sie dazu, sich mit Ihnen in Verbindung zu setzen, um Sie zum persönlichen Gespräch einzuladen. 

  • Ansprechpartner identifizieren
  • Warum bewerben Sie sich
  • Zeigen Sie, dass Sie sich mit dem Unternehmen beschäftigt haben
  • Was bringen Sie für Qualifikationen mit
  • Stellen Sie Highlights Ihrer Karriere heraus
  • Keine Floskeln verwenden
  • Dank für die Möglichkeit zur Jobbewerbung 
  • Pointierter Schlusssatz, der zum Jobinterview motiviert

Ein perfektes Schreiben für die Stellenbewerbung auf den Traumjob lohnt sich immer. Verwendet man hierauf etwas Zeit und Mühe, kann sich das sehr schnell auszahlen, indem man zum Interview eingeladen wird.

Heike Himberger-Runge
Wer lernt, lebt am Puls der Zeit. Als Wirtschaftswissenschaftlerin und Mutter von zwei Studenten weiß ich (49): Wer sich für die Welt interessiet, lernt ein Leben lang. Beruflich habe ich meine Wurzeln in der Unternehmens- und Personalberatung und arbeite heute im Kunsthandel. Dieser Crossover war nur möglich mit einer Portion Neugier auf alles Neue. Mein Motto: Neugierig bleiben, weiterlernen!

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